Home » MMI testet Sprachagenten für die Medienproduktion
MMI testet Sprachagenten für die Medienproduktion
MMI hat einen Roboter entwickelt, der älteren Menschen den Alltag erleichtern soll, und erprobt ihn derzeit in ersten Pilotphasen. Der Prototyp stammt aus dem 3D-Drucker, ein Minicomputer dient als Gehirn, ein Tablet als Display. Weil MMI als Software-Dienstleister für öffentlich-rechtliche und private Medienhäuser arbeitet, lag die Frage nahe: Warum nicht auch in der Branche selbst einsetzen?
Jan Friedlein, Prokurist von MMI Munich Media Intelligence am IBC-Stand von KST Moschkau im Gespräch mit Christine Gebhard über aktuelle KI-Trends.
Jan Friedlein sieht zwei konkrete Szenarien. Erstens im eigenen Betrieb: MMI entwickelt und betreibt die Systeme seiner Kunden. Aktuell entwickelt MMI einen Sprachagenten, der künftig Daten aggregieren und Operations-Mitarbeitern morgens auflisten soll, welches System Priorität hat und wo Probleme drohen. Das senke die kognitive Last. Zweitens in der Studio-Regie: Per Zuruf (»Hey Auri, fahr mein Studio hoch«) ließen sich über Schnittstellen wie MCP Geräte und Software ansteuern. Erste Gespräche mit Interessenten laufen laut Friedlein bereits.
Dass Anwender damit Kontrolle abgeben, räumt er offen ein. Abgestufte Human-in-the-Loop-Modelle legen dabei fest, wie autonom ein Agent handeln darf, und sorgen so für Sicherheit. Sein Rat: mit klar umrissenen Use Cases starten, etwa dem Hochfahren der Technik, und die KI nicht im laufenden Betrieb einsetzen. Erst nach Tests solle man Schritt für Schritt die Arbeitsbereiche für KI erweitern. Bei der Fehlersuche sieht er Sprachsteuerung allenfalls als ersten Wegweiser. Für die Analyse brauche es aber visuelle Recherche oder einen Chatbot, der die Dokumentation einbezieht, damit Ergebnisse schwarz auf weiß vorliegen.
Europa als Strategie
MMI positioniert sich klar europäisch: Das Unternehmen betreibt Lösungen möglichst bei europäischen Anbietern, hostet Modelle teilweise selbst und nutzt europäische Modelle, Stichwort Datensouveränität. Die Frage, ob Europa bei KI bereits abgehängt sei, beantwortet er differenziert: Die amerikanischen Modelle seien deutlich weiter.
Das Fraunhofer-Konsortium wolle laut seinem Verständnis mit Soofi auch kein zweites ChatGPT bauen, sondern suche Partner, um ein europäisches Modell auf konkrete Anwendungsfälle der deutschen Industrie auszurichten. Hier sei die Medienbranche gefragt, sich zu beteiligen.
Auch in der Verbindung aus KI und Robotik sieht Jan Friedlein Chancen für den Standort Deutschland, sofern Europa das Thema konsequent angehe. Seine Mahnung an die Branche: Respekt vor KI sei wichtig, der technologische Fortschritt dürfe aber nicht ausgebremst werden.
Ein großes DANKESCHÖN an KST Moschkau für die Möglichkeit, die KST-Technik für diesen Videodreh während der IBC nutzen zu dürfen.
Ähnliche Beiträge:
RTL Deutschland testet Clear-Com FreeSpeak Cell im 5G-Netz am Nürburgring
Telestream testet und misst in IP-Workflows
NEP Group launcht Software-Orchestrierungsplattform für Medienproduktion
MXL: Offener Standard für die Zukunft der Live-Medienproduktion
MMI: Middleware, AIOps und Open Source im Fokus
Workflows für die Medienproduktion in der Cloud
MMI: Software-Lösungen für die Medienbranche
Medienproduktion der TH Ostwestfalen-Lippe























