Branche, Top-Story: 15.06.2002

Kinoton und DVC: Gemeinsame Wege

Die Kinoton GmbH ist besonders als Projektoren-Spezialist im Kino- und Studiomarkt bekannt. Mit dem nun offiziell besiegelten Einstieg von Kinoton beim Workstation- und Diskrecorder-Spezialisten DVC soll der Ausbau des Geschäftsbereichs »Digital Systems« forciert werden, der sich vor allem den Zukunftsmärkten Digital Cinema und HD-Präsentation widmet. www.film-tv-video.de sprach mit Kinoton-Geschäftsführer Christoph Dobler und DVC-Geschäftsführer Harald Näther über die Hintergründe, Pläne und konkreten Auswirkungen dieser Kooperation.

In Zeiten wie diesen hört man etwas genauer hin, wenn sich zwei Unternehmen zusammentun, nach vorne blicken und in einer gleich berechtigten Partnerschaft neue Geschäftsfelder erschließen wollen. Um so mehr, wenn es sich dabei um solvente, funktionierende Unternehmen wie Kinoton und DVC handelt.

Kinoton-Geschäftsführer Christoph Dobler dazu: »DVC bietet, was wir benötigen, hat aber nicht, was wir können. Es ist also ganz klar zu sehen, in welchen Bereichen wir uns ergänzen können. Aus dieser Position heraus kann man gemeinsam agieren und die viel beschworenen Synergie-Effekte tatsächlich erzielen«. Wichtig ist ihm und DVC-Geschäftsführer Harald Näther, dass die beiden Firmen autark bleiben und auch unabhängig voneinander weiter agieren. In Geschäftsfeldern wo es sich anbietet, wird dagegen sehr eng kooperiert. »Die Kapitalbeteiligung untermauert unsere Allianz,« erläutert Dobler.

Harald Näther führt zur Geschichte der Annäherung zwischen DVC und Kinoton aus: »Wir bei DVC haben uns im Prinzip seit unseren Anfängen vor 12 Jahren mit HD-Technologie beschäftigt, das ging dann immer weiter in den Studiobereich hinein und wir sehen nun im Bereich Digital Cinema einen großen Markt, den wir mit unserer Technik optimal bedienen können. Dieser Markt muss jedoch erschlossen werden, und für uns hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass es für ein kleines Unternehmen wie uns sehr schwierig ist, Zugang zum Kino- und Präsentationsmarkt zu finden. Kinoton hat diesen Zugang und verfügt über ein exzellentes Vertriebsnetz. Wir haben dagegen die Produkte und das nötige Know-How auf der Server-Seite, um diesen Markt zu bedienen. Aus unserer Sicht ist deshalb Kinoton ein idealer Partner für uns.«

Kinoton und DVC haben in ihren jeweiligen Spezialgebieten einen guten Namen, nun sollen also gemeinsam neue Geschäftsfelder intensiver entwickelt werden. Konkret wollen Kinoton und DVC in den Marktbereichen Präsentation, Digital Lab und Studio ihre bestehenden Produkte gemeinsam vermarkten, aber auch neue Produkte und Lösungen entwickeln.

Während einer gemeinsamen Hausmesse in Germering zeigten die beiden Firmen die ersten Früchte der Zusammenarbeit. So gab es unter anderem ein DLP-Cinema-System zu sehen, das an einen HD-Server von DVC angebunden war.
Eine sehr interessante und tiefer gehende Anwendung zeigten die beiden Firmen aber mit einer Split-Screen-Projektion aus Film und HD-Video, also der parallelen, synchronisierten Vorführung von Filmbildern und von digitalen Bilder auf einer gemeinsamen Leinwand. Dabei ist sogar das Rangieren innerhalb des Materials möglich, der HD-Server und der Filmprojektor synchronisieren sich dabei automatisch. Dank neuer Filmprojektortechnik im FP30E-Q können auch Standbilder projiziert werden. Anwendungen für diese Splitscreen-Applikation finden sich in der Farbkorrektur, beim Angleichen der Looks von Film- und Digitalkopien, bei Tests für komplexe Compositing-Produktionen, aber auch ganz generell bei Qualitätsvergleichen und bei der klassischen Sichtung in Postproduktionshäusern.

»Die Resonanz auf dieses System war ausgesprochen gut«, urteilt Christoph Dobler und ergänzt: » Daran sieht man auch, dass wir sehr nah am Markt sind. Für uns als mittelständisches Unternehmen sind eben auch kleinere Märkte interessant, nur deshalb können wir solche besonderen und individuellen Lösungen wie etwa das Split-Screen-System für unsere Kunden entwickeln. Dabei ist es für uns sehr hilfreich, dass wir aus dem Projektgeschäft kommen und alles aus einer Hand bieten können, denn das macht es für unsere Kunden einfacher, schnell zum Ziel zu kommen.«

Wo sind weitere gemeinsame Projekte von Kinoton und DVC zu erwarten? Christoph Dobler: »Digitales Kino, digitale Werbung und Foyer-Systeme sind natürlich ebenfalls Topthemen der Zusammenarbeit zwischen Kinoton und DVC. Funktionierende, hochwertige Produkte müssen ergänzt werden um kinotypischen Full-Service: Wenn etwas nicht läuft, muss im Kinoumfeld rund um die Uhr und besonders in den Abendstunden und am Wochenende schneller Service gewährleistet sein. In der Kooperation können wir das bieten.« Harald Näther ergänzt: »Mit dem eigenen Filmabtaster und der Split-Screen-Applikation ist ein Schritt in Richtung Digital Lab getan, hier gibt es ebenfalls Potenzial. Im Rahmen der Hausmesse zeigten DVC und Kinoton auch eine digitale 3D-Projektion, die mit nur einem Projektor und nur einem Server auskommt, was natürlich ebenfalls ein spannendes Thema ist.«

Gerade im Bereich der Themen- und Vergnügungsparks, wo Dobler neben den Studios schon die größte Konvergenz von Film- und HD-Welt sieht, sowie beim Thema Large-Format– und 3D-Projektion, haben Kinoton und DVC Ideen und Projekte, die von der Kooperation profitieren können. Christoph Dobler: »Wir können nun ergänzende Angebote im Produkt- und Dienstleistungsbereich für unsere Kunden entwickeln, die diese vorher nicht von einem einzigen Ansprechpartner beziehen konnten.« Foyer- und Kiosksysteme, wie man sie in modernen Kinos zunehmend findet, sind dabei ein wichtiger Aspekt.

Welche weiteren Konsequenzen hat das Investment von Kinoton in DVC? »DVC beschäftigt derzeit 10 Mitarbeiter, und wir werden sicher wachsen, um die neuen Geschäftsfelder bedienen zu können«, erläutert Harald Näther. Das plant auch Christoph Dobler: »Wir werden ebenso wie DVC weiteres Personal für unsere neuen Bereiche einstellen.«

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Autor
C. Gebhard, G. Voigt-Müller
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