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HD – immer noch Topthema

Klar: HD ist schon seit einigen Jahren bei allen großen Messen ein Riesenthema, und es ist weder überraschend noch klingt es besonders sensationell, dass HD nun während der NAB2006 wieder ein Top-Trend-Thema ist. Denn auch wenn der eine oder andere findet, dass »HD eigentlich schon durch« sei, sehen die Konsumenten in Europa — bis auf ganz wenige Ausnahmen — nach wie vor SD-Fernsehen. Sie können – selbst wenn sie denn wollen – nur mit Schwierigkeiten eine HD-Set-Top-Box oder einen »richtigen« HD-Fernseher kaufen. Tatsächlich haben die Endkunden in den meisten Fällen, wenn überhaupt, nur rudimentäre Kenntnis von der Existenz von HD.

Bei den TV-Profis sieht es natürlich anders aus: In der Produktion ist HD mittlerweile angekommen, auch bei den TV-Dienstleistern und in Maßen auch in der Postproduktion. Doch im Grunde genommen ist die Branche jetzt in etwa dort, wo die Hersteller sie haben wollte, als es vor zwei Jahren hieß: »HD is here: it’s ready, it’s available«.

Und wie bei (fast) allen technischen Themen sitzt auch bei HD der Teufel im Detail und man entdeckt ihn erst dann, wenn man schon eine prinzipielle Bereitschaft für den Einsatz von HD entwickelt hat. Das Ziel »HD zu SD-Preisen« ist bei etlichem Equipment zwar schon Realität. Gute Beispiele dafür sind etwa Panasonics AJ-HDX900, ein flexibler HD-Camcorder zum Preis eines DVCPRO50-Geräts oder Sonys XDCAM-HD-Camcorder mit Preisen von unter 20.000 Euro. Die Preise passen also langsam, aber bei den Arbeitsabläufen und beim Zusammenspiel der einzelnen HD-Inseln untereinander und mit der SD-Welt, da hakt und knirscht es durchaus noch kräftig. Die gute Nachricht aber lautet: Das ist fast allen Beteiligten klar.

Nur wenn man die Inseln verknüpft, wenn beim Umgang mit HD-Signalen eine ähnliche Interoperabilität erreicht ist wie im SD-Bereich, dann kann HD auf breiter Basis funktionieren. Ein Hindernis besteht dabei in der Vielzahl unterschiedlicher Formate, Codecs und Speichermedien, die so manchen potenziellen Kunden überfordert und ängstigt. In der neuen HD-Welt einen ordentlichen Workflow hinzubekommen, das ist keineswegs trivial. Und wer investiert schon gerne, wenn er nicht weiß, ob es die Maschine oder das Format in zwei oder drei Jahren noch geben wird? Erste Ansätze, die Hürden etwas niedriger zu machen, sind während der NAB2006 durchaus erkennbar, besonders Sony betont unter der Überschrift »HD for all« den Workflow-Aspekt beim Thema HD.

Natürlich ist es nachvollziehbar, dass die Hersteller bei jedem neuen Format zunächst einmal versuchen, ihre eigene Entwicklung und die eigenen Standards durchzudrücken. Umso erfreulicher ist es dann, wenn sie wenigstens später auch rasch Einsicht beweisen. So bieten Panasonic und Sony immer mehr Geräte an, die sowohl in 1.080i- wie in 720p arbeiten können. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der letztlich allen hilft: Herstellern, Kunden — der ganzen Branche.

Sie werden sehen.

Autor: Christine Gebhard, Gerd Voigt-Müller

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