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Dr. Susanne Dönitz: HD-Jahr 2005?

50 Insider aus verschiedenen Bereichen der Film-, TV- und Videobranche haben die Fragen von www.film-tv-video.de zum Thema HD beantwortet. Eine Zusammenfassung analysiert die Stimmung in der Branche, zudem stehen auch die Antworten der einzelnen Befragungen in voller Länge zur Verfügung. In diesem Beitrag lesen Sie die Antworten von Dr. Susanne Dönitz. (Zum Download bitte auf den Dateinamen am Ende des Artikels klicken.)
B_0105_Ottonia_DoenitzDr. Susanne Dönitz ist Geschäftsführerin von Ottonia Media, einer Produktionsfirma mit eigenem HD-Equipment und Niederlassungen in Leipzig und Dresden. Ottonia Media ist ein Tochterunternehmen der Bavaria Film.

**Welche Bedeutung hat HD heute in Ihrem Tätigkeitsbereich? Wie und wann wird sich das aus Ihrer Sicht ändern?

HD ist im Bereich nonfiktionale Produktionen der Ottonia Media sowohl Gegenwart als auch Zukunft unseres Geschäftes. Im Jahr 2004 waren rund 20 % unserer Filme im Feature- und Dokumentationsbereich HD-Produktionen. Im Jahr 2005 werden es sicherlich über 50 % sein. Wir gehen davon aus, dass wir in zwei bis drei Jahren nach Möglichkeit alle hochwertigen und längerfristig auswertbaren Produktionen in HD herstellen werden. Insofern ändert sich für uns nur der prozentuale Anteil, er wird auf jeden Fall steigen.

**Beim Thema HD wird in Deutschland oft von der Signalwirkung gesprochen, die von der Fußball-WM 2006 ausgehen werde. Wie beurteilen Sie dieses Thema?

Natürlich wird von der WM 2006 eine Signalwirkung ausgehen. Oft wird das Ereignis und seine Bedeutung verglichen mit der Einführung des Farbfernsehens in den 50er Jahren und der damaligen Fußball-WM, die einen Kauf- und Innovationsschub bei Fernsehern bewirkte.
Doch warum sollen wir bis 2006 warten, wenn jetzt bereits Technik und Know-how für HD-Produktionen vorhanden sind? Wir brauchen dann möglicherweise in 2006 schon einen größeren Footage-Stock, um die internationalen Broadcaster für die Berichterstattung zur Fußball-WM zu versorgen. Da können wir dann unmöglich als Produzent und Dienstleister erst mit dem Üben beginnen!

**Welches Hindernis hemmt derzeit die Verbreitung von HD im Markt am meisten? Wie könnte man dem begegnen? Was muß aus Ihrer Sicht passieren, damit HD in Deutschland alltägliche Realität wird?

Wir haben heute Firmen, die auf HD produzieren. Wir haben in zunehmendem Maße TV-Geräte mit HD-Funktionen und HD-Set-Top-Boxen. Und wir haben den Konsumenten zu Hause, der einen schönen Flatscreen an der Wand hängen hat und sich ein brillantes und scharfes Bild wünscht.
Es fehlen die Broadcaster, die HDTV ausstrahlen. Technisch sind die Sender bereits heute in der Lage, die Signale als HD abzugeben, allein es fehlt der Wille…
Zugegebenermaßen fehlt an vielen Stellen auch das nötige Kleingeld. Es ist ein wirtschaftliches, kein technisches Problem.

**Wann werden die Zuschauer in Deutschland regelmäßig bei mehreren Sendern HDTV sehen können? Spielt das für Ihren Tätigkeitsbereich eine Rolle? Was erwarten Sie beim Thema HDTV von den öffentlich-rechtlichen Anbietern, was von den privaten?

Unserer Meinung nach wird es in zwei bis fünf Jahren so weit sein. Bis dahin wollen wir mit unseren HD-Produktionslinien absolut fit sein.

**Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Consumer-Markt mit Technologien wie HDV in der Aufzeichnung, mit HD-DVD und der zunehmenden Verbreitung von Plasma- und LC-Displays?

All das sind Katalysatoren für die Ausstrahlung von High Definition. Durch HDV, HD-DVD und Plasma- oder LCD-Schirme, wird das Auge des Zuschauers auf eine viel bessere Qualität geschult. Er gewöhnt sich an das, was er sieht und wird immer weniger ein in SD-abgestrahltes Bild auf seinem großen Homescreen mit Unschärfen, blassen Farben und verwaschenen Bildern akzeptieren. Irgendwann wird er sich beim Zappen durch die Programme fragen, warum er nicht die gleiche Qualität wie auf seiner gekauften DVD auf dem Bildschirm sieht. Die Folge könnte sein, dass er immer weniger Fernsehen konsumiert, sozusagen in den Fernseh-Streik geht. Das Weitere wäre klar: Quoten sinken, Werbeeinnahmen gehen zurück…

**Wie sollte aus Ihrer Sicht ein europäischer HDTV-Standard aussehen? Nennen Sie uns bitte die Eckwerte und ergänzen Sie diese mit einer kurzen Begründung.

1920 x 1080, 50i oder alles was in der Zukunft darüber liegt. Darunter sollte man sich auf gar nichts einlassen. Größere Bildschirme brauchen nun mal für ein scharfes und klares Bild eine Mindestanzahl von Pixeln. Ohne Not sollte diese nicht eingeschränkt werden. Deshalb ist für uns auch der Standard 1280 x 720 nicht akzeptabel. Die Technik leistet bereits mehr, warum sollen wir dann in der Produktion unsere Möglichkeiten freiwillig einschränken?

**Was wollen Sie uns noch zum Thema HD mitteilen?

Im nonfiktionalen Bereich erleben wir oft, dass bei einer Verbindung interessanter Inhalte und dem hochauflösenden HD-Format ein völlig neues Produkt mit einem eigenen Look entsteht.

Downloads zum Artikel:

T_0105_HD_Ottonia_Doenitz.pdf

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Autor: C. Gebhard, G. Voigt-Müller

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